Im organisierten TIPP-KICK Spielbetrieb ist bereits seit einiger Zeit der Einsatz der TIPP-KICK Turnierplatte vorgeschrieben. Die verwendeten Materialien und Maße machen dieses Spielfeld zum idealen Stadion für ambitionierte TIPP-KICK Freunde. Und der finanzielle Aufwand für diese professionelle Ausführung hält sich im Rahmen. So sind bei der erstmaligen Herstellung einer Platte mit Kosten in Höhe von ca. EUR 70,- zu rechnen.
1. Material- und Werkzeugbedarf
- Spanplatte (möglichst wasserfest) und umlaufende Bande aus Holzleisten bei Schreiner oder Baumarkt zusägen lassen, Abmessungen siehe Blatt 2, Excelliste.
- ca. 20 - 28 Spaxschrauben zwischen 3,5 x 40 bis 4,5 x 50 mm
- Als Kleber wird vorzugsweise wasserlöslicher Holz- bzw. Weissleim (Ponal, Fa. Henkel, ca. 350 Gramm) verwendet, alternativ kann auch der Textiltapetenkleber Ovalit (Fa. Henkel) eingesetzt werden. Der Filz saugt dabei im Kontaktbereich einen geringen Teil vom Holzleim auf, wodurch die Filzfasern im unteren Bereich zusätzlich verklebt werden. Weniger geeignet sind Pattex oder Silikon, da diese den Filz nur an den Kontaktstellen fixieren und dies führt zu einer etwas höheren Fusseleigenschaft des Filzes.
- Als Farbstift möglichst Ausführungen mit Metallspitze verwenden, um die Linien einfacher aufzeichnen zu können. Der gebräuchlichste Stift ist der Korrekturstift Pentel (12ml, reicht für ca. 10–12 Platten), geeignet ist auch der Stift Edding 780 (ca. 6-8 Platten), dessen Linien allerdings etwas schneller verblassen. Weniger geeignet sind die Stifte mit Filzspitze, z.B. Edding 750.
- 1 Paar Turniertore, Bezugsmöglichkeit nur über den DTKV-Materialservice
- Filztuch, die empfohlene Ausführung ist abhängig von der zu erwartenden Nutzung. Die Filzqualitäten unterscheiden sich vor allem in Haltbarkeit sowie in Fusseleigenschaft und lassen sich folgendermaßen klassifizieren:
- Einfacher Filz (geringer Wollanteil) für gelegentliche Familienturniere, gibt es üblicherweise im Bastel- bzw. Stoffwarenhandel für ca. 10 – 12 € bzw. Bezug über den DTKV-Materialservice
- Filz Super (mittlerer Wollanteil) für regelmäßige Nutzung im Freundeskreis, spezieller Fachhandel, Preisspanne ca. 16 – 20 €
- Filz Original (100% Wolle) für hohe Beanspruchung, Bezugsmöglichkeit nur über den Originalhersteller Fa. Mieg für 25,00 € oder über den DTKV-Materialservice
Als Hilfsmittel und Werkzeuge werden benötigt: Bohrmaschine, Bohrer Durchmesser 3,5 / 4,0 mm und 8 mm, Stichsäge (alternativ Laubsäge), Schmirgelpapier, Raspel, Cutter (scharfes Messer), Meterstab, Bleistift und ein Stück gerade Leiste zum Verstreichen des Klebers.
2. Vorbereiten
Material (Abmessungen und Bezugsmöglichkeiten siehe Bauanleitung Stadion, Blatt 2) besorgen. Beim Zuschnitt der Banden wird empfohlen, dass die Länge der Längsbanden der Plattenlänge entspricht, die Querbanden haben dann je die Länge der Plattenbreite plus 2 x Bandendicke.
Zuerst die Banden auf Passgenauigkeit überprüfen und vorbereiten. Die Ausschnitte zur Torwartbedienung in den kurzen Banden angezeichnen und mit Stich-, Bügel- oder Puksäge ausgeschnitten bzw. alternaiv kleine Stege zusägen. Dabei entstandene Schnittflächen mit einer Holzraspel bei Bedarf nacharbeiten und alle Kanten mit Schmirgelpapier verrunden. Danach die Bohrungen zur Aufnahme der Befestigungsschrauben (Spax) mit einem Abstand von 20 bis 25 cm anzeichnen und mittels Bohrer im Nenndurchmesser entsprechend der Schraubenbezeichnung bohren und leicht ansenken.
3. Spielplatte und Filzbelag
Wenn alles vorbereitet ist, wird als nächstes die Spanplatte satt, vollflächig und vor allem gleichmäßig mit Kleber bestrichen (Bild 2). Zum Verstreichen eignet sich eine ebene Latte, Leiste, ... mit einer Länge von 25 - 50 cm.Der kritischste Teil ist das Aufbringen des Filzes, zu dem 2 Personen erforderlich sind. Einer (A) hat die Aufgabe, den Filz leicht unter Spannung zu halten, während der andere (B) den Filz ausrichtet, an der Platte ansetzt und in den Kleber streicht. Der Filz wird ausgebreitet, jeder nimmt 2 Ecken der Schmalseiten des Filzes. A und B stehen sich dabei an den Schmalseiten der Platte gegenüber. Der Filz wird von A und B über der Platte ausgebreitet. B vermittelt den Filz der Breite nach und setzt ihn mit einem Überstand von ca. 0,5 cm über die Platte hinaus am Querrand der Platte in den Kleber. A hält den Filz dabei leicht unter Spannung und vor allem den Rest vom Filz weg vom Kleber, während B den Filz am Rand 3 – 5 cm tief vorsichtig mit den Fingern in den Kleber streicht. Dabei sind in diesem ersten Streifen sich ergebende Falten sofort durch ablösen und durch erneutes andrücken zu entfernen. Ausgehend von diesem ersten Streifen wird !!! gleichmäßig von der Mitte nach außen !!! mit den Fingern ein fingerlanger Streifen nach dem anderen in den Kleber gestrichen (Bild 3), bis der ganze Filz aufgetragen ist. Dabei hält A den Filz immer unter Spannung, damit keine Falten entstehen. Wenn doch welche entstehen, den Filz sofort bis zu den Falten abziehen und erneut in den Kleber streichen.
Achtung: Der Druck mit den Fingern auf den Filz sollte immer gleich stark sein, da bei unterschiedlichem Druck der Filz mehr oder weniger Kleber aufsaugt. Auch ist zu vermeiden, dass nach Aufbringen des Filzes und vor Aushärtung des Klebers Druckstellen durch Werkzeugablage, aufstützen,... entstehen. Dies führt zu ungleichmäßigem Spielbelag.
Der überstehende Filz wird mit einem scharfen Messer, Cutter,... abgeschnitten (Bild 4), man kann diesen aber auch zwischen Spanplatte und Bande einklemmen. Die vorbereiteten Banden werden dabei nacheinander der Länge nach vermittelt von oben an die Plattenkante angesetzt und so nach unten verschoben, bis die Bande mit der Unterseite der Spanplatte bündig ist. In dieser Lage wird die Bande mit Spax-Schrauben angeschraubt.
4. Aufzeichnen der Spielfeldmarkierungen
Mit dem Aufbringen der Linien sollte erst begonnen werden, wenn der Kleber vom Filzauftrag ausgehärtet ist. Bei Verwendung von Ponal dauert dies ca. 30 – 45 Minuten. Zuerst sind alle Eckpunkte (und entsprechende Hilfspunkte, wenn die Linien länger sind als das verwendete Lineal/Leiste) mit einem Punkt als Markierung anzuzeichnen. Diese werden anschließend miteinander verbunden (Bild 5). Für Kreisausschnitte und Kreise fertigt man sich Pappschablonen an, falls keine passenden Teller, Töpfe, Dosen, Deckel,... (Bild 6) verfügbar sind.5. Befestigen der Tore
Bei potenziellen Filzhändlern reduzieren sich die Umsätze um ca. Faktor 3, wenn der Filz im stark beanspruchten Torraum zusätzlich mit Ponal bestrichen wird (Bild 7). Die Haltbarkeit des Filzes erhöht sich etwa um diesen Faktor.Die Tore werden an der Torlinie aufgestellt und die Lage der 4 Befestigungslöcher auf dem Filz angezeichnet. Von der Filzseite her wird an diesen Markierungen je ein Loch mit Durchmesser 3,5 mm durch die Spanplatte gebohrt. Von der Unterseite werden die Bohrungen zur Aufnahme der Schraubenköpfe (damit die Tischplatte nicht verkratzt wird) mit einem Bohrer Durchmesser 8 mm ca. 5 mm tief aufgebohrt. Dann von unten die Schrauben durch die Platte und die Befestigungslöcher der Tore stecken, je eine Mutter aufschrauben und fest anziehen (Bild 8).
6. Veranschaulichung
Als nächstes benötigt man noch einen Ball, zwei Spielfiguren, zwei Torhüter, einen guten, aber nicht zu guten Gegner und der Spaß kann beginnen.
Bei unvorhergesehenen Problemen oder allgemeinen Fragen zu Plattenbau, Technik und Tuning ist unter 07361/44987 telefonische Unterstützung erhältlich.
7. Materialkosten je Turnierplatte (Stand 2008)
Kosten bei einer Turnierplatte | bei mehreren Platten | |
|---|---|---|
Spanplatte, 19 mm, 124 x 80 cm, wasserfest | ca. 10,00 € | ca. 10,00 € |
Banden | ca. 8,00 - 12,00 € | ca. 6,00 - 10,00 € |
DTKV-Tore | 20,00 € | 20,00 € |
Filz DTKV Original | 19,50 € | 19,50 € |
Kleber Ponal, eine Dose mit 760 Gramm für 2 Platten ca. 5,00€ | 4,00 € | 2,00 € |
Schrauben | ca. 1,50 € | ca. 1,50 € |
Farbstift Pentel, ca. 5,00 € für 10 Platten | ca. 5,00 € | ca. 0,50 € |
Summe | ca. 70,00 € | ca. 60,00 € |
8. Zeitbedarf bei 2 Personen für eine Turnierplatte
- Erste Platte: ca. 2 Stunden
- mit Übung, ab ca. 10 Platten: ca. 1 Stunde
- mit sehr viel Übung: ca. 30 Minuten
bei weniger als 15 Minuten je Turnierplatte bitte unbedingt unter 07361/44987 anrufen.
9. Lagerung von Turnierplatten
Aufgrund der hervorstehenden Tore ist es wenig ratsam, die Platten mit montierten Toren einfach nur aufeinander zu stapeln. Aufgrund des Gewichts von einer Platte mit ca. 16 Kg lastet damit bei z.B. 6 aufeinander gestapelten Platten auf den untersten Toren ein punktuelles Gewicht von ca. 100 Kg. Zwar gehören die im DTKV verwendeten Platten und Tore grundsätzlich in die Kategorie „Unkaputtbar“, aber eine derartige Belastung ist auf Dauer für die Tore doch zuviel.
Da andauernde Montage und erneute Demontage der Tore zu aufwändig ist, hat sich als zwischen die Platten eingelegter Transport- und Lagerschutz der Einsatz von harten Styrodurplatten in einer Stärke von 8 – 10 cm in den Abmessungen von 50 x 100 cm bestens bewährt. Diese sind mit Kosten in Höhe von ca. 2,50 € je Platte eine sehr preiswerte Möglichkeit, um das Plattenhandling zu vereinfachen und diese bei Lagerung und Transport wirkungsvoll zu schützen.










